Was ist die kalte Progression?
Die kalte Progression entsteht, wenn eine Gehaltserhöhung lediglich die Inflation ausgleicht, Sie aber trotzdem in einen höheren Steuertarif rutschen. Das Ergebnis: Ihr reales Netto steigt kaum oder sinkt sogar.
Beispiel: 3% Gehaltserhöhung bei 3% Inflation
Angenommen, Sie verdienen 3.500 € brutto und bekommen 3% mehr:
- Neues Brutto: 3.605 € (+105 €)
- Netto-Zuwachs: ca. 55 € (statt 105 €)
- Inflation frisst: ca. 105 € Kaufkraft
- Realer Netto-Verlust: ca. −50 €
Die Differenz zwischen Brutto-Zuwachs und Netto-Zuwachs ist die kalte Progression.
Was tut der Staat dagegen?
Die Bundesregierung passt den Einkommensteuer-Tarif regelmäßig an, um die kalte Progression auszugleichen:
- Grundfreibetrag wird erhöht (2025: 12.096 €, 2026: 12.348 €)
- Tarifeckwerte werden nach oben verschoben
- Progressionsbericht alle 2 Jahre
Trotzdem wird die kalte Progression nie vollständig ausgeglichen – ein Teil bleibt immer bestehen.
Tipp: Netto-Zuwachs vorher berechnen
Bevor Sie eine Gehaltserhöhung verhandeln, prüfen Sie den tatsächlichen Netto-Zuwachs mit unserem Gehaltserhöhungs-Rechner. So wissen Sie genau, was bei Ihnen ankommt.