Zum Inhalt springen
Zum Rechner

Grundlagen 5 Min. Lesezeit Stand:

Gehaltsabrechnung erklärt

Vier Bereiche, ein Weg von Brutto zu Netto. Hier steht, was jede Position auf deiner monatlichen Abrechnung bedeutet – und worauf du achten solltest.

Nettivo Redaktion

Fachlich geprüft · Stand Januar 2026

Aufbau einer Gehaltsabrechnung

Jede Abrechnung gliedert sich in dieselben vier Bereiche – unabhängig davon, welches Programm der Arbeitgeber benutzt.

1. Kopfbereich

  • Arbeitgeber-Daten: Name, Anschrift, Steuernummer
  • Arbeitnehmer-Daten: Name, Anschrift, Personalnummer
  • Abrechnungszeitraum: Monat und Jahr
  • Steuermerkmale: Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Konfession

2. Bruttobezüge

  • Grundgehalt: das vereinbarte Monatsgehalt
  • Zulagen: Schichtzulagen, Überstunden und Ähnliches
  • Sonderzahlungen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Boni
  • Sachbezüge: Firmenwagen, Essenszuschüsse

3. Gesetzliche Abzüge

Der Block, der aus dem Brutto das Netto macht – im nächsten Abschnitt im Detail.

4. Nettobezüge

Nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben bleibt das Nettogehalt – der Betrag, der auf dein Konto geht.

Die gesetzlichen Abzüge

Zwei Gruppen: Steuern richten sich nach deiner Steuerklasse, Sozialabgaben sind feste Prozentsätze vom Brutto – bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

  • Lohnsteuer: abhängig von Steuerklasse und Einkommen
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % der Lohnsteuer, mit hoher Freigrenze
  • Kirchensteuer: 8 bis 9 % der Lohnsteuer, nur bei Mitgliedschaft
  • Rentenversicherung: 9,3 % Arbeitnehmeranteil
  • Arbeitslosenversicherung: 1,3 % Arbeitnehmeranteil
  • Krankenversicherung: 7,3 % plus die Hälfte des Zusatzbeitrags
  • Pflegeversicherung: 1,8 %, für Kinderlose ab 23 zusätzlich 0,6 %

Wichtige Abkürzungen

Die Kürzel auf der Abrechnung sind bundesweit weitgehend einheitlich.

St-KlSteuerklasse KiStKirchensteuer SolZSolidaritätszuschlag RVRentenversicherung AVArbeitslosenversicherung KVKrankenversicherung PVPflegeversicherung VWLVermögenswirksame Leistungen bAVBetriebliche Altersvorsorge

Was du prüfen solltest

Häufige Fragen

Warum steht auf meiner Abrechnung mehr als ein Bruttobetrag?

Weil zwischen Gesamtbrutto, Steuerbrutto und SV-Brutto unterschieden wird. Sachbezüge und Zuschläge zählen nicht immer für beide Bemessungen gleich – deshalb weichen die Beträge voneinander ab.

Was kostet mein Gehalt den Arbeitgeber?

Etwa 20 % mehr als das Bruttogehalt. Der Arbeitgeber zahlt die gleichen Beiträge zu Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung wie du, dazu Umlagen für Lohnfortzahlung und Insolvenzgeld.

Wie lange muss ich Gehaltsabrechnungen aufbewahren?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht für Arbeitnehmer, aber eine praktische Regel: bis zum Rentenbescheid. Die Abrechnungen belegen Beitragszeiten, wenn im Rentenkonto etwas fehlt. Für die Steuererklärung reicht der Zeitraum bis zum bestandskräftigen Bescheid.

Ich habe einen Fehler entdeckt – was tun?

Zeitnah die Personalabteilung ansprechen. Zu viel gezahlte Lohnsteuer holst du dir spätestens über die Steuererklärung zurück; falsche Sozialversicherungsbeiträge korrigiert der Arbeitgeber dagegen selbst, und zwar nur innerhalb begrenzter Fristen.

Passend dazu