Wenn die Lohnfortzahlung endet
Wer länger krank ist, erhält in den ersten 6 Wochen weiterhin sein volles Gehalt vom Arbeitgeber (Entgeltfortzahlung). Doch was passiert danach? Ab der 7. Woche zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld – und das ist deutlich weniger als das gewohnte Netto.
So wird Krankengeld berechnet
| Berechnung | Wert |
|---|---|
| Grundlage | 70 % des Bruttogehalts |
| Obergrenze | 90 % des Nettogehalts |
| Maximales Krankengeld 2026 | 4.068,75 €/Monat (bei BBG KV 5.812,50 €) |
| Abzüge | RV, AV, PV (ca. 12 %) |
| Auszahlung | ca. 3.579 €/Monat (Maximum nach Abzügen) |
Es gilt immer der niedrigere Wert: 70 % brutto oder 90 % netto. Davon gehen noch Sozialversicherungsbeiträge ab (Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung).
Wer hat Anspruch?
- Gesetzlich Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld (Pflichtversicherte, freiwillig Versicherte mit Krankengeld-Tarif)
- Nicht: Familienversicherte, Minijobber, privat Versicherte (eigene Regelungen)
- Voraussetzung: Ärztliche Krankschreibung (eAU) liegt vor
Dauer: Maximal 78 Wochen
Krankengeld wird für dieselbe Krankheit maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren gezahlt – abzüglich der 6 Wochen Entgeltfortzahlung bleiben also 72 Wochen Krankengeld. Danach greift ggf. die Erwerbsminderungsrente.
Rechenbeispiel: 3.500 € Brutto
| Position | Betrag |
|---|---|
| Bruttogehalt | 3.500 € |
| 70 % vom Brutto | 2.450 € |
| Nettogehalt (ca.) | 2.360 € |
| 90 % vom Netto | 2.124 € |
| Krankengeld (vor Abzügen) | 2.124 € (niedrigerer Wert) |
| Abzüge (ca. 12 %) | –255 € |
| Auszahlung | ca. 1.869 € |
Das sind rund 800 € weniger als das gewohnte Netto – ein erheblicher Einschnitt.
Tipps
- Krankentagegeld-Versicherung prüfen, um die Lücke zu schließen
- Bei längerer Krankheit: stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell) mit dem Arbeitgeber besprechen
- Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (erhöht den Steuersatz auf übriges Einkommen)
Mehr zum Thema: Krankengeld – der ausführliche Ratgeber