Koalition beschließt Krisenbonus
Am 13. April 2026 haben die Spitzen von CDU, CSU und SPD ein neues Entlastungspaket vorgestellt. Kernstück für Arbeitnehmer: Arbeitgeber sollen ihren Beschäftigten einen Krisenbonus von bis zu 1.000 Euro auszahlen können – steuer- und sozialabgabenfrei.
Die Maßnahme ist Teil eines Gesamtpakets als Reaktion auf die steigenden Energiepreise infolge des Iran-Konflikts und der Sperrung der Straße von Hormus.
Die wichtigsten Fakten
| Detail | Regelung |
|---|---|
| Höhe | Bis zu 1.000 Euro |
| Steuerfrei | Ja – keine Lohnsteuer |
| Sozialabgabenfrei | Ja – keine KV, RV, AV, PV |
| Wer zahlt | Der Arbeitgeber (freiwillig) |
| Wer bekommt | Arbeitnehmer in Deutschland |
| Zeitraum | 2026 |
| Staatliche Auszahlung? | Nein – der Staat schafft nur den rechtlichen Rahmen |
| Gegenfinanzierung | Erhöhung der Tabaksteuer 2026 |
Wie funktioniert der Krisenbonus?
Der Staat zahlt nicht selbst
Wichtig: Der Krisenbonus ist keine staatliche Direktzahlung. Die Bundesregierung schafft lediglich die gesetzliche Grundlage dafür, dass Arbeitgeber die Prämie auszahlen können – ohne dass Steuern und Sozialabgaben anfallen.
Das bedeutet:
- Dein Arbeitgeber entscheidet freiwillig, ob er den Bonus zahlt
- Die Prämie kann bis zu 1.000 Euro betragen – auch weniger ist möglich
- Unternehmen können die Zahlung steuerlich als Betriebsausgabe geltend machen
- Für dich als Arbeitnehmer kommen die vollen 1.000 Euro netto an
Vergleich: Was 1.000 Euro brutto vs. steuerfrei bedeutet
| Normale Zahlung | Krisenbonus | |
|---|---|---|
| Brutto | 1.000 € | 1.000 € |
| Lohnsteuer (~30 %) | -300 € | 0 € |
| Sozialabgaben (~20 %) | -200 € | 0 € |
| Netto | ~500 € | 1.000 € |
Der steuerfreie Krisenbonus ist also doppelt so viel wert wie eine normale Prämie von 1.000 Euro brutto.
Vorbild: Inflationsausgleichsprämie
Die Regelung orientiert sich an der Inflationsausgleichsprämie (IAP) aus den Jahren 2022–2024:
| IAP (2022–2024) | Krisenbonus (2026) | |
|---|---|---|
| Maximale Höhe | 3.000 € | 1.000 € |
| Zeitraum | Bis 31.12.2024 | 2026 |
| Steuerfrei | Ja | Ja |
| Sozialabgabenfrei | Ja | Ja |
| Freiwillig | Ja | Ja |
| Anlass | Inflation/Energiekrise | Energiepreise/Iran-Krise |
Was wir von der IAP gelernt haben
Bei der Inflationsausgleichsprämie zeigte sich:
- Große Unternehmen zahlten fast immer den vollen Betrag
- KMU zahlten oft weniger oder gar nicht – abhängig von der wirtschaftlichen Lage
- Tarifgebundene Betriebe handelten die Prämie oft in Tarifverträgen aus
- Minijobber konnten die IAP ebenfalls erhalten – das dürfte auch beim Krisenbonus gelten
Wer bekommt den Krisenbonus?
Gute Chancen
- Tarifgebundene Betriebe – Gewerkschaften werden den Bonus in Verhandlungen einfordern
- Öffentlicher Dienst – Bund und Kommunen könnten per Erlass zahlen
- Große Konzerne – wie bei der IAP zu erwarten
- Branchen mit Fachkräftemangel – als Bindungsinstrument
Unsicher
- Kleinere Betriebe – abhängig von der wirtschaftlichen Lage
- Krisenbetroffene Branchen – z.B. Autozulieferer unter Zolldruck
- Minijobber – rechtlich möglich, aber Arbeitgeber entscheidet
Kein Anspruch
- Selbstständige und Freiberufler – kein Arbeitgeber vorhanden
- Rentner – kein Beschäftigungsverhältnis (außer bei Aktivrente mit Arbeitgeber)
- Bürgergeld-/Grundsicherungsempfänger – kein Arbeitgeber
Das Entlastungspaket im Überblick
Der Krisenbonus ist Teil eines größeren Maßnahmenbündels:
| Maßnahme | Details |
|---|---|
| Krisenbonus | Bis 1.000 € steuerfrei vom Arbeitgeber |
| Spritpreisbremse | Energiesteuer auf Benzin/Diesel sinkt um ~17 Cent/Liter (befristet, 2 Monate) |
| Tabaksteuer-Erhöhung | Zur Gegenfinanzierung, greift 2026 |
| EU-Übergewinnsteuer | Koalition begrüßt EU-Prüfung einer Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne |
| Entlastungsvolumen | Rund 1,6 Mrd. Euro gesamt |
Hintergrund: Warum jetzt?
Seit dem Iran-Krieg und der Sperrung der Straße von Hormus sind die Energiepreise massiv gestiegen. Benzin und Diesel kosten teilweise über 2,20 €/Liter. Die Koalitionsspitzen haben am Wochenende in der Berliner Villa Borsig bis in die Nacht verhandelt.
Was noch offen ist
Trotz der Ankündigung bleiben zentrale Fragen ungeklärt:
| Frage | Status |
|---|---|
| Ab wann genau kann der Bonus gezahlt werden? | Gesetz muss erst verabschiedet werden |
| Gibt es eine Frist für die Auszahlung? | Noch nicht bekannt |
| Können auch Teilzeitkräfte den vollen Bonus erhalten? | Noch offen |
| Minijobber eingeschlossen? | Wahrscheinlich ja (wie bei IAP) |
| Wird der Bonus auf Sozialleistungen angerechnet? | Noch nicht geklärt |
| Wie genau steigt die Tabaksteuer? | Details folgen |
Finanzminister Lars Klingbeil hat angekündigt, dass die konkrete Ausgestaltung in den kommenden Wochen erarbeitet wird.
Was du jetzt tun kannst
1. Arbeitgeber ansprechen
Sobald das Gesetz steht, kannst du deinen Arbeitgeber auf die Möglichkeit hinweisen. Bei der IAP haben viele Betriebe erst gezahlt, nachdem Mitarbeiter nachgefragt haben.
2. Betriebsrat einschalten
Falls vorhanden: Der Betriebsrat kann eine Betriebsvereinbarung zum Krisenbonus anregen.
3. Gewerkschaft nutzen
In tarifgebundenen Betrieben werden Gewerkschaften den Bonus vermutlich in laufende oder kommende Tarifverhandlungen einbringen.
4. Nicht verwechseln
Der Krisenbonus ist zusätzlich zum normalen Gehalt. Er ersetzt keine Gehaltserhöhung und wird nicht auf den Lohn angerechnet.
Netto-Effekt: Was 1.000 Euro steuerfrei wirklich wert sind
Vergleich: Was müsste dein Arbeitgeber brutto zahlen, um dir netto 1.000 € zu geben?
| Steuerklasse | Nötige Bruttoprämie für 1.000 € netto | Ersparnis durch Krisenbonus |
|---|---|---|
| Stkl. 1 (kinderlos) | ~1.950 € | ~950 € |
| Stkl. 3 (verheiratet) | ~1.550 € | ~550 € |
| Stkl. 5 | ~2.300 € | ~1.300 € |
Für den Arbeitgeber kommen noch Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (~20 %) dazu. Der Krisenbonus spart dem Arbeitgeber also ebenfalls Geld – ein Anreiz, ihn tatsächlich zu zahlen.
Fazit
Der 1.000-Euro-Krisenbonus ist eine willkommene Entlastung – aber mit einem großen Haken: Es kommt auf deinen Arbeitgeber an. Der Staat schafft den Rahmen, die Zahlung ist freiwillig. Erfahrungsgemäß (IAP) nutzen vor allem große und tarifgebundene Betriebe solche Instrumente.
Wir halten dich auf dem Laufenden, sobald die gesetzlichen Details feststehen.
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