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Gesetz 2026 Update

TVöD Mai 2026: 2,8 % mehr Gehalt – was bei Bund, Kommunen, Erziehern und Pflege ankommt

7 Min. Lesezeit

Ab 1. Mai steigen die Gehälter im TVöD um 2,8 %. Doch höhere Sozialabgaben fressen bei vielen das Plus wieder auf. Wer profitiert wirklich – und wer zahlt sogar drauf? Alle Tabellen und Netto-Effekte im Überblick.

Ab 1. Mai: 2,8 % mehr Gehalt im TVöD

Am 1. Mai 2026 tritt die zweite Stufe des TVöD-Tarifabschlusses in Kraft: +2,8 Prozent auf alle Tabellenentgelte. Die Erhöhung gilt für:

  • TVöD VKA – Kommunale Beschäftigte
  • TVöD Bund – Bundesbeschäftigte
  • TVöD SuE – Sozial- und Erziehungsdienst (Erzieher, Kita-Leitungen, Sozialarbeiter)
  • TVöD Pflege – Pflegekräfte in kommunalen Einrichtungen

Auszubildende erhalten +75 Euro/Monat zusätzlich.

Gesamtpaket: Was der Tarifabschluss bringt

ZeitpunktErhöhung
1. April 2025+3,0 % (mind. 110 €) – bereits ausgezahlt
1. Mai 2026+2,8 % ← Jetzt
Laufzeit27 Monate (bis Dezember 2026)
Gesamt+5,8 % über die Laufzeit

TVöD VKA: Ausgewählte Entgelte ab Mai 2026

Kommunale Beschäftigte

EntgeltgruppeStufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
E 52.928 €3.139 €3.283 €3.398 €
E 83.281 €3.499 €3.619 €3.738 €
E 9a3.448 €3.662 €3.957 €4.116 €
E 9b3.448 €3.782 €4.067 €4.349 €
E 9c3.588 €3.933 €4.299 €4.650 €
E 113.995 €4.375 €4.723 €5.099 €
E 134.628 €5.003 €5.479 €5.907 €

Werte gerundet. Endgültige Tabellenwerte können geringfügig abweichen.

TVöD SuE: Was Erzieher und Sozialarbeiter bekommen

Die S-Tabelle steigt ebenfalls um 2,8 %. Über beide Tarifstufen (April 2025 + Mai 2026) ergibt sich ein deutliches Plus:

Gesamterhöhung seit April 2025

BerufsgruppeEntgeltgruppeStufePlus gesamt
Kinderpfleger/inS 45+220 €/Monat
Erzieher/inS 8a3+221 €/Monat
Sozialarbeiter/inS 11b2+232 €/Monat
Kita-LeitungS 134+273 €/Monat

Gut zu wissen: Berliner Kita-Beschäftigte in landeseigenen Einrichtungen werden nach TV-L bezahlt, nicht nach TVöD SuE.

Zusätzlich: Mehr Regenerationstage

Beschäftigte im SuE erhalten ab 2026 bis zu 2 zusätzliche bezahlte Regenerationstage pro Jahr.

TVöD Pflege: Tabellenerhöhung + höhere Pflegezulage

Für Pflegekräfte in kommunalen Einrichtungen gilt:

VerbesserungDetails
Tabellenerhöhung+2,8 % ab 1. Mai
PflegezulageSteigt auf 141,82 €/Monat (P5–P16)
WechselschichtzulageSteigt von 155 € auf 250 €/Monat
SchichtzulageSteigt von 40 € auf 100 €/Monat

Die Pflegezulage wird zusätzlich zum Tabellenentgelt gezahlt.

Die Netto-Falle: Wer zahlt trotz Erhöhung drauf?

Hier wird es kritisch: Die Tariferhöhung trifft auf gestiegene Sozialabgaben seit Januar 2026. Laut DATEV-Berechnungen profitieren nur Beschäftigte mit einem Bruttogehalt bis 5.500 Euro wirklich.

Was seit Januar 2026 teurer wurde

PostenVeränderung
KV-ZusatzbeitragVon 2,5 % auf 2,9 % (+0,4 %)
BBG Kranken-/PflegeversicherungVon 5.512,50 € auf 5.812,50 €
BBG Renten-/ArbeitslosenversicherungVon 8.050 € auf 8.450 €

Netto-Effekt nach Gehaltsklasse

Monatliches BruttoNetto-Effekt 2026Bewertung
Bis 2.500 € (Stkl. 3, verheiratet)Leichtes Minus möglich⚠️ Keine Lohnsteuer → Steuervorteil greift nicht
2.500 – 4.000 €Spürbares Plus✅ Steuerersparnis > Mehrbelastung
4.000 – 5.500 €Moderates Plus✅ Noch im grünen Bereich
5.500 – 5.812 €Kaum Plus⚠️ Neue BBG-Grenze KV/PV greift
Über 8.000 €Minus möglich❌ BBG RV/AV + höhere KV = Mehrkosten
~9.000 € (Stkl. 3)Bis zu -464 €/Jahr❌ Trotz Tariferhöhung netto weniger

Beispiel: E 9b, Stufe 3, Steuerklasse 1, kinderlos

PostenBisherAb MaiDifferenz
Brutto3.679 €3.782 €+103 €
Lohnsteuer-340 €-360 €-20 €
KV (8,45 % + 1,45 % ZB)-364 €-374 €-10 €
RV (9,3 %)-342 €-352 €-10 €
AV (1,3 %)-48 €-49 €-1 €
PV (2,3 %)-85 €-87 €-2 €
Netto2.500 €2.560 €+60 €

Von 103 € brutto bleiben rund 60 € netto – eine Quote von 58 %.

Berechne dein individuelles Netto mit dem Brutto-Netto-Rechner.

Jahressonderzahlung 2026: Höhere Prozentsätze

Ab 2026 gelten neue, höhere Prozentsätze für die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld):

Bund

EntgeltgruppenProzentsatz
E 1 – E 895 %
E 9a – E 1290 %
E 13 – E 1575 %

VKA (Kommunen)

EntgeltgruppenProzentsatz
Alle (E 1 – E 15)85 % (vereinheitlicht)

VKA Krankenhäuser & Sparkassen

EntgeltgruppenProzentsatz
E 1 – E 890 %
E 9a – E 1585 %

Zeit statt Geld: Freie Tage statt Weihnachtsgeld

Erstmals 2026 können TVöD-Beschäftigte einen Teil der Jahressonderzahlung in Freizeit umwandeln:

DetailRegelung
Maximale freie TageBis zu 3 Tage für 2027
AntragsfristBis 1. September 2026
AusgenommenPflegekräfte (erhalten dafür höhere Sonderzahlung)
AuszahlungSonderzahlung im November 2026 entsprechend gekürzt

Wer sich für Zeit statt Geld entscheidet, verzichtet auf den Geldwert der freien Tage und erhält stattdessen bis zu 3 zusätzliche bezahlte freie Tage im Jahr 2027.

Tipp: Rechne vorher durch, ob sich die freien Tage für dich lohnen. Gerade bei Steuerklasse 1 und hohem Grenzsteuersatz kann es sinnvoll sein, die Sonderzahlung in Freizeit umzuwandeln.

Marburger Bund: Ärzte bekommen im Juni mehr

Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) erhalten ihre nächste Erhöhung zum 1. Juni 2026: +2,0 %. Das ist die dritte Stufe des Tarifabschlusses vom Januar 2025.

Vergleich: TV-L vs. TVöD im April/Mai

TV-L (Länder)TVöD (Bund/Kommunen)
Erhöhung2,8 % (mind. 100 €)2,8 %
Ab wann1. April 20261. Mai 2026
AuszahlungJe nach Bundesland April oder MaiMai
Zeit statt GeldJaJa (außer Pflege)
Mindestbetrag100 €Nein

Wichtig: Der TVöD hat keinen Mindesterhöhungsbetrag – anders als der TV-L. Niedrige Entgeltgruppen profitieren im TV-L deshalb stärker.

Was du jetzt tun solltest

1. Mai-Abrechnung prüfen

Die Erhöhung muss in der Mai-Abrechnung enthalten sein. Stimmt etwas nicht? Schriftlich beim Personalamt nachfragen.

2. Zeit-statt-Geld abwägen

Bis 1. September entscheiden: Freie Tage oder Geld? Besonders bei Steuerklasse 1 ohne Kinder kann Freizeit der bessere Deal sein.

3. Netto berechnen

Nicht vom Brutto-Plus blenden lassen. Nutze den Brutto-Netto-Rechner für deinen tatsächlichen Netto-Effekt.

4. Jahressonderzahlung einplanen

Die höheren Prozentsätze gelten ab diesem Jahr. Behalte den November im Blick.

Fazit

Die TVöD-Erhöhung von 2,8 % ab Mai 2026 bringt auf dem Papier ein ordentliches Plus. In der Praxis fressen gestiegene Sozialabgaben – vor allem der höhere KV-Zusatzbeitrag – einen erheblichen Teil auf. Wer über 5.500 € brutto verdient, sollte genau nachrechnen. Für die breite Mehrheit der TVöD-Beschäftigten bleibt aber ein spürbares Netto-Plus.

Mehr dazu: TV-L April: Welche Bundesländer zahlen | ÖD: Zeit statt Geld | Brutto-Netto-Rechner

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