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Gesetz 2026 Update

Inflation springt auf 2,9 % – und heute startet die Spritpreisbremse

5 Min. Lesezeit

Die Inflation steigt im April auf 2,9 %, Energie wird +10,1 % teurer (stärkster Anstieg seit Februar 2023). Heute, am 1. Mai, tritt die Spritpreisbremse in Kraft – 17 Cent weniger pro Liter. Was das für deine Kaufkraft bedeutet.

Doppelschlag am 1. Mai: Inflation hoch, Sprit runter

Während Destatis am 29. April die April-Inflation auf 2,9 % beziffert hat (März: 2,7 %), startet heute, am 1. Mai 2026, die zweimonatige Spritpreisbremse. Beide Entwicklungen wirken direkt auf deine Kaufkraft – die eine negativ, die andere positiv.

Inflation April 2026: Energie treibt – wieder

Die Zahlen im Überblick (Destatis, 29.04.2026)

KennzahlApril 2026März 2026
Inflationsrate (VPI)+2,9 %+2,7 %
Kerninflation (ohne Energie/Nahrung)+2,3 %+2,5 %
Energie zum Vorjahr+10,1 %+7,2 %
HVPI (EU-vergleichbar)+2,9 %+2,8 %
Verbraucherpreise zum Vormonat+0,6 %

Schlüsselzahl: Die +10,1 % bei Energie sind der stärkste Energiepreis-Anstieg seit Februar 2023 (damals +19,1 %). Hauptursache: der Iran-Krieg und Sorgen um die Straße von Hormus.

Die Kerninflation (also ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise) bleibt mit 2,3 % nahe am EZB-Ziel – was zeigt: Es ist im Wesentlichen ein importierter Energiepreisschock, kein hausgemachtes Problem.

Was das für dich bedeutet

Bei einem Bruttoeinkommen von 4.000 € im Monat und einer Inflation von 2,9 % verlierst du im Jahr rund 1.400 € an realer Kaufkraft – wenn dein Gehalt nicht entsprechend steigt. Genau hier setzt die Spritpreisbremse an.

Spritpreisbremse: Heute startet die Steuersenkung

Was passiert technisch

Seit 0 Uhr heute Morgen (1. Mai 2026) gilt das 2. Energiesteuersenkungsgesetz:

KraftstoffSenkung EnergiesteuerBefristet bis
Benzin (E5/E10)−17,3 Cent/Liter30. Juni 2026
Diesel−16,7 Cent/Liter30. Juni 2026

Plus 19 % Mehrwertsteuer ergibt das eine theoretische Brutto-Entlastung von rund 20 Cent pro Liter Benzin und rund 19 Cent pro Liter Diesel.

Was du heute an der Tankstelle merkst

Die ersten Marktbeobachtungen zeigen gemischte Reaktionen:

  • Tankstellen mit eigenen Tankwagen-Lieferungen geben die Senkung schneller weiter
  • Markenstationen mit Bestandsvorräten verzögern oft 2–5 Tage
  • Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat zugesagt, die Steuersenkung vollständig weiterzugeben
  • Kartellamt überwacht die Weitergabe besonders streng (Lehre aus Tankrabatt 2022)

Praxistipp: Vergleichen lohnt mehr denn je – über Apps wie clever-tanken.de oder ADAC Spritpreise. Die Preisspreizung zwischen Tankstellen kann jetzt 8–15 Cent/Liter betragen.

Was sparst du wirklich?

ProfilTankvolumen pro MonatErsparnis bei voller Weitergabe
Wenigfahrer (5.000 km/Jahr)~30 Liter~5–6 €/Monat
Durchschnittspendler (15.000 km/Jahr)~100 Liter~17–20 €/Monat
Vielfahrer (30.000 km/Jahr)~200 Liter~34–40 €/Monat
Diesel-Außendienst (50.000 km)~250 Liter~42 €/Monat

Über die volle Laufzeit (Mai + Juni) ergibt das für einen Pendler rund 35–40 € Einsparung.

Inflation vs. Spritpreisbremse: Wer gewinnt?

Die mathematische Wahrheit: Die Spritpreisbremse kann den Energiepreisanstieg dämpfen, aber nicht ausgleichen. Eine Beispielrechnung für einen Durchschnittshaushalt:

PostenMonatJahr
Inflation 2,9 % auf 3.500 € Haushaltsbudget−102 € Kaufkraft−1.218 €
Spritpreisbremse-Ersparnis (Pendler)+17 €+204 € (2 Monate)
Krisenbonus 1.000 € (wenn Arbeitgeber zahlt)+83 € (auf 12 M. verteilt)+1.000 €
Saldo bei Krisenbonus−2 €/Monat−14 €/Jahr
Saldo ohne Krisenbonus−85 €/Monat−1.014 €/Jahr

Fazit Saldo: Wer den Krisenbonus von seinem Arbeitgeber bekommt, kommt rechnerisch fast auf Null raus. Wer ihn nicht bekommt, verliert real spürbar.

Krisenbonus-Artikel: Wer ihn bekommt und wie

Was bedeutet das für deine Lohnverhandlungen?

Mit einer Inflation bei 2,9 % sind Tarifabschlüsse unter 2,9 % faktisch Reallohnverluste. Das ist relevant für:

  • TVöD: +2,8 % ab 1. Mai – knapp unterhalb der Inflation, real −0,1 %
  • AOK-Tarif: +2,1 % – real −0,8 %
  • Metall: +3,1 % seit April – real +0,2 %
  • Stahl: +1,75 % – real −1,15 %

Wer aktuell in einer Tarifverhandlung steckt, sollte die Argumentation um die +10,1 % Energiepreise erweitern. Das ist die stärkste Inflationsdynamik seit fast drei Jahren.

Was du jetzt tun kannst

1. Spritsparen aktiv nutzen

  • App vergleichen, gezielt günstig tanken
  • In den ersten Tagen warten, bis größere Stationen den vollen Preisvorteil weitergeben
  • Vorratstanken vor dem 30. Juni (wenn die Bremse ausläuft)

2. Energie-Verbrauch im Haushalt prüfen

  • Stromtarif vergleichen (ab Mai 2026 keine Strompreisbremse mehr)
  • Gasvertrag: bei Auslaufen jetzt vergleichen
  • Heizgewohnheiten: 1 °C weniger spart ~6 % Heizkosten

3. Krisenbonus aktiv ansprechen

  • Bundesrat entscheidet 8. Mai – danach kann dein Arbeitgeber zahlen
  • Frage Personalabteilung oder Betriebsrat aktiv
  • Argumentationshilfe: hier im Krisenbonus-Artikel

4. Steuer­erklärung 2025

Ausblick: Wann sinkt die Inflation wieder?

Drei Szenarien für die kommenden Monate:

SzenarioVoraussetzungInflation Sommer 2026
OptimistischIran-Krise endet, Öl unter 80 $/Barrel~2,2 %
BasisszenarioStatus quo, Spritpreisbremse hilft kurzfristig~2,7 %
PessimistischEskalation, Straße von Hormus geschlossen~3,5 %+

Die endgültigen Inflationszahlen für April werden am 12. Mai 2026 veröffentlicht. Die ersten Mai-Daten erwarten wir Ende Mai.

Fazit

Die Inflation bei 2,9 % ist kein Drama – aber der Energie-Sondereffekt von +10,1 % trifft Pendler und Heizöl-Käufer hart. Die Spritpreisbremse ab heute hilft, aber nur teilweise und nur befristet bis Ende Juni.

Wer jetzt aktiv handelt – beim Tanken vergleicht, Krisenbonus erfragt und seine Lohnposition realistisch einschätzt – kommt durch die nächsten Monate ohne Reallohnverlust. Wer passiv bleibt, verliert spürbar Kaufkraft.

Mehr lesen: Was ändert sich im Mai 2026? | Krisenbonus 1.000 € | Brutto-Netto-Rechner

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